Die Luftretter der Wasserwacht

Luftretter an Bell UH-1D

Die Luftretter der Wasserwacht versorgen, evakuieren und retten Menschen, die durch Hochwasser-Katastrophen bedroht sind. Die Retter sind bestqualifiziert für das Zusammenspiel mit den Hubschrauberbesatzungen und optimal ausgebildet, um effizient und auch autark Hilfe zu leisten und zu retten. Insgesamt bildet die Synergie aus fliegenden Einheiten der Bundeswehr, der Bundespolizei und der Landespolizeistaffeln sowie den Luftrettern der Wasserwacht den Hochwasseropfern hochwirksame Hilfe - deutschlandweit und im nahen Ausland!

Eingeübte Rettungsabläufe, die immer nach dem gleichen Verfahren ablaufen, haben hier Priorität, um wechselnde Hubschrauberbesatzungen und Luftretter beliebig kombinierbar zu halten.

Einsatzgrundsätze für die Luftretter der Wasserwacht

Abseilen ins Wasser

Eingesetzt werden die Luftretter der Wasserwacht in Gebieten, die von einer Überschwemmung betroffen oder bedroht sind zur/ zum

  • Evakuierung von eingeschlossenen Personen in Katastrophengebieten mit Hochwasser
  • Evakuierung von Personen aus fließenden und stehenden Gewässern
  • Rettung aus Gebäuden im Hochwassergebiet
  • Versorgung von eingeschlossenen Personen
  • autarkes Agieren im Wasser, vom Hubschrauber abgesetzt
  • Rettung von ins Eis eingebrochenen Personen

Anforderungen und Ausbildungsgrundsätze für Luftretter der Wasserwacht

Luftretter hat Person aufgenommen und gibt das Zeichen zum Hochziehen

Voraussetzungen zur Zulassung für die Ausbildung zum Luftretter sind:

  • Aktives Mitglied in der Wasserwacht
  • DRSA Silber nicht älter als 1 Jahr
  • abgeschlossene Wasserretter-Ausbildung mit Strömungsrettung
  • Im Katastrophenfall Freistellung vom Arbeitgeber oder kurzfristig abkömmlich
  • Absolut schwindelfrei, keine Höhenangst
  • Gewicht nicht größer als 90 kg
  • Bereitschaft, 2 Werktage für die Ausbildung zur Verfügung zu stehen und jährlich an einer Weiterbildung teilzunehmen
  • Sicheres Schwimmen und Retten im Wildwasser
  • körperliche hohe Belastbarkeit (Eiswasser, Downwash, Höhe, Schwimmen in Hochwasserströmen…)
  • psychisch hohe Belastbarkeit (Verantwortung / Vertrauen zur Hubschrauberbesatzung, Versorgung / Rettung psychisch angeschlagener Personen, Zeitdruck, etc.)
  • Zuverlässigkeit und hohe Teambereitschaft
  • Hohes Verantwortungsbewusstsein

Ausrüstung der Luftretter

Die Ausrüstung der Luftretter ist modular aufgebaut und entspricht in vielen Komponenten der Wasserretterausrüstung, natürlich mit weiteren wichtigen Komponenten wie dem Rettungsgurt zum Einklinken in das Hubschrauberwinschensystem, einem Kommunikationssatz mit "Flugfunk" und weitere..

Hintergrundgeschichte zur Entstehung der Luftretter der Wasserwacht

Ausgangspunkt waren immer wiederkehrende Hochwasser, im Besonderen natürlich die schweren Jahrhunderthochwasser wie zu Pfingsten 1999 oder das große Elbehochwasser 2002. Hier wurden „Ad hoc“ situationsbedingt Einsatzkräfte der fliegenden Verbände und Wasserrettungskräfte eingesetzt. Gemeinsame Einsatzgrundsätze, einheitliche Rettungsverfahren gab es nicht und somit konnten nicht alle Vorteile der jeweiligen Einheiten ausreichend genutzt werden, teilweise verliefen Rettungen mit Gefährdung von Rettern und Eingeschlossenen.
Aus diesem Grund hat die Wasserwacht Bayern gemeinsam mit dem Lufttransportgeschwader 61 standardisierte Konzepte erarbeitet, die nun zu Standards in der Luftrettung wurden. Diese dienen in Not geratenen Personen, um schneller, effektiver und sicherer gerettet werden zu können.
Standardrettungsverfahren sind unter anderem:

  • Retten einzelner Personen aus fließenden oder stehenden Gewässern
  • „Hit and Run“ um mehrere Personen zu retten
  • Retten von Hausdächern
  • Notverfahren…

Für weitere Informationen stehen in der Ortsgruppe Neu-Ulm die ausgebildeten Luftretter Martin Kundinger und Gordon Franke zur Verfügung.

Gruppenbild der Luftretter vor einem Hubschrauber